Das Wort “prekär” ist in aller Munde. Nicht zufällig, denn immer mehr Menschen müssen sich ihr Geld in schlecht bis gar nicht abgesicherten, eben prekären Erwerbsverhältnissen verdienen. Und damit wird es “prekär” für das Wort “prekär”…
Prekäre Arbeitsverhältnisse definieren sich über das “Anderssein” zu “Normalarbeitsverhältnisse”; wenn Erstere zunehmen, nehmen konsequenterweise Zweitere ab; so lange, bis sich die Frage stellt, was
eigentlich ein Normalarbeitsverhältnis ist: Von knapp 1,8 Millionen unselbständig erwerbstätigen Frauen arbeiten 715.000 in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen, 172.000 in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und 13.000 als freie DienstnehmerInnen. Zusammen also 50%…
Diese ungeheure Umwälzung in der Arbeitswelt verändert die Gesellschaft: geringe soziale Absicherung verlängert Ausbildungszeiten, wechselnde Freizeiten behindern soziale Kontakte, häufige wechselnde Auftragslagen verhindern die Planbarkeit des Lebens und zunehmende Zahlen von Scheinselbständigen nagen am sozialen Sicherungssystem, dem auf diese Weise die Beitragsgrundlage wegbricht.
Geht es uns wirklich gut, wenn es der Wirtschaft gut geht? Oder geht es vielmehr nicht vielleicht der Wirtschaft gut, weil sie sich keinen Deut mehr um soziale Sicherheit, um das Leben der Menschen oder meinetwegen um die Reproduktion der human resources — schreckliche Worthülse - zu kümmern braucht?
Und genau diesen Fragen spürt diese Ausstellung in einer künstlerischen Annäherung nach…

Karl Öllinger
Stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen Österreich
