Prekariat - Informationen rund um das prekäre Leben

Reinhard

wie es geht, dass man sich in prekären verhältnissen wiederfindet, das braucht zeit; man hat aber diese zeit, eine erholungszeit, da man ja nie ganz aus dem netz fällt, bei uns, gottseidank, nein, nicht gott, sondern unserem sozialsystem, so elend es die elenden behandelt, indem es sich auf “professionelle” hilfswerke verläßt, igitt, aber wichtig ist, dass man medizinisch und auch psychosozial behandelt wird, es braucht halt alles zeit, zum überleben reichts, wenn man nicht auf die gruft* angewiesen ist, dort reichts nur mehr zum verrecken, jede woche ein, zwei neue parten mit foto, so weit ist es nicht gekommen, es gibt geld für mich, sogar vom arbeitsamt, nicht von der sozialhilfe; aber was interessiert, ist das hineingeraten, das einem so
passieren kann nach krankheit und folgender depression, die als solche nicht wahrgenommen wird, weil man die mangelnde kraft nicht wahrhaben will, und kämpft bis gar keine kraft mehr da ist, dann wird man auf die strasse gesetzt und dort sozusagen aufgefangen, es geht, man kann sogar ohne einen groschen geld überleben, sauber bleiben, wenn man halbwegs sanft medikamentiert ist; hineingeraten bin ich, weil ich glaubte, genügend kraft für die verausgabungen zu haben, die ich mein leben lang betrieben habe, mit arbeit, alkohol,
zigaretten; ein getriebener, der sich nicht entspannen konnte, immer auf der flucht, vielleicht gelingt es mir langsam, ein wenig ruhe zu finden, aber ich hab ja noch so viel vor .. ;-)


*Die Gruft = Obdachlosenzentrum der Wiener Caritas